Konzeption des Kinderhortes

Seit 2001 sind in jedem Sommer sehr starke Jahrgänge zur Schule gekommen. Dadurch wurde die Frage nach einem Hort im Nachmittags- bereich immer lauter. Eltern, die beide berufstätig sind, kommen ohne adäquate Unterbringung der Kinder dann nicht aus. Wir freuen uns auf diese neue Herausforderung im Dienste der Familie und deren Kinder.

Zielsetzung

Ganztagsbetreuung ist mehr als Freizeitgestaltung und Ausgleich zur Schule. Wenn ein Kind neben der Schule ganztags betreut wird, muss es zwei verschiedene Systeme mit sich und seinem Erleben in Einklang bringen. Das bedeutet, dass die Fachkräfte eine gute Bildungs- und Erziehungsarbeit entwickeln müssen. Dementsprechend muss sich die Schulkindbetreuung am Kind und seinen Entwicklungsbereichen orientieren. Dabei ist Bildung Selbstbildung: Das Schulkind gestaltet mit Unterstützung der Eltern und den Erzieherinnen seinen individuellen Bildungsweg weiter. Die Förderung der Selbstständigkeit und die soziale Bildung sind wichtige Ziele der inhaltlichen Arbeit.

Inhaltliche Arbeit

Selbstständigkeit und soziale Bildung Durch Berücksichtigung der altersentsprechenden Selbstständigkeit wird diese stetig erweitert. Die Kinder entscheiden so weit wie möglich über Spielaktivitäten, Partnerwahl im Spiel, Spielort und üben demokratische Grundregeln. Über die gemeinsame Gestaltung des Gruppenlebens, Erarbeiten und Einhalten von Regeln, lernen die Kinder, sich in der Gruppe zu recht zu finden. Die Persönlichkeiten werden in der Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit, gefördert bzw. gestärkt. Selbstständiges Arbeiten muss unter Berücksichtigung des Alters in kleinen Schritten erweitert werden. Aber auch je nach Fähigkeit, zum Beispiel wenn ein Kind viel Hilfe bei den Aufgaben benötigt, macht es zunächst die Aufgaben, die es alleine schaffen kann. Somit beginnt das Kind mit einem positiven Gefühl.

Freizeitbeschäftigung

Für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gilt es, dass Kinder ihre Interessen und Fähigkeiten entdecken und einbringen. In Gesprächen und Absprachen wird die Partizipation der Kinder zum Ausdruck kommen. Ein breit gefächertes Angebot an Raum, Materialien und Medien lassen die Kinder ausprobieren und ihre Interessenschwerpunkte entdecken. Durch so genannte Aktionstage wie zum Beispiel „Backen“, „Werken“, „Turnen“, „Projektarbeit“ oder auch „Computer“ werden hier die Erzieherinnen die Kinder ermutigen, sich Neuem zuzuwenden.

Im Freispiel orientieren sich die Jüngeren gegebenenfalls an den älteren Kindern. Von den Älteren wird Hilfe angeboten. Die Kinder machen viel unter sich aus; hier ist ein deutlicher Unterschied im Vergleich zur Altersstufe der Kindergartenkinder zu beobachten. Bei der Planung der Aktivitäten wird ggf. auch die Teilnahme der Kinder an Angeboten der Sportvereine, Musikschule berücksichtigt, ebenfalls die Pflege von Freundschaften außerhalb der Institution. Grundsätzlich stehen den Kindern alle Räumlichkeiten der Kindertagesstätte und das Außengelände als auch die Spiel– und Bastelmaterialien zur freien Verfügung. Sie übernehmen die Verantwortung dafür, mit dem Material sorgsam umzugehen.  

Hausaufgaben

Die Kinder haben in der Einrichtung eine Arbeitszeit, in der sie unter Anleitung der Erzieherinnen mög- lichst selbstständig ihre Hausaufgaben erarbeiten können. Das Erledigen der Hausaufgaben ist nach wie vor in der Verantwortung der Eltern. Es obliegt ihnen mit den Kindern zu klären, ob die Hausaufgaben vollständig während der Arbeitszeit ausgeführt werden konnten oder ob nach einzelnen Aufgaben erledigt werden müssen. Gegenseitiges Vertrauen zwischen Eltern und Erzieherinnen im Hinblick auf das Lernverhalten der Kinder ist notwendig und dient dem Wohl des Kindes. Mit eingeschlossen sind kurze und regelmäßige Informationen zwischen Lehrer(-innen) und Horterzieherinnen während der Abholphase in der Schule. Besonderheiten und Vorkommnisse bei einem „zuviel“ an Hausaufgaben teilen wir den Lehrern und Eltern mit, damit Kinder auch am Nachmittag Zeit für Spiel und Projekte haben.

Emotionale Kompetenz

Emotionen gehören zum Leben und sollen von den Kindern bewusst gelebt werden, damit sie diese auch selbst regulieren können. Frustration und Aggression kommen bei Schulkindern vor. In der Gruppengemeinschaft üben die Kinder Toleranz gegenüber Anderen um Erfolg bzw. Misserfolg adäquat zu zeigen und zu verarbeiten.

Bewegung

Die Bewegung fördert die körperliche und geistige Entwicklung. Die Kinder lernen nach wie vor auch über das moto- rische Spiel (laufen, fangen, spielen im Wald, Ballspiele). Bewegungsmöglichkeiten im freien Spiel und bei gezielten Angeboten sind ein wichtiger Ausgleich zur relativ langen Zeit des Sitzens am Tag.  

Geschlechtsidentität

Zur Persönlichkeitsbildung gehört der Aufbau einer Geschlechtsidentität. Im Grundschulalter verfeinern sich die Geschlechtsbilder. Durch vielfältige Angebote möchten wir Jungen und Mädchen in ihrer spezifischen Entwicklung begleiten und fördern.

Werte, Normen, Sinndeutungen

Immer häufiger werden Werte und Normen von Kindern er- und hinterfragt. In der Auseinandersetzung mit der Welt machen sich Schulkinder Gedanken über das, was in der Familie, in ihrer Nachbarschaft und in der Schule passiert. Die Kinder können Fragen und Wünsche, Themen und Interessen einbringen, sowie ihre Religion leben. Besonders in Gesprächen gehen die Erzieherinnen darauf ein.